Das Symbol für den Islam: die schmale Sichel des Neumondes

Das Symbol für den Islam: die schmale Sichel des Neumondes

Nach dem Eintreten des Todes werden die Augen des Toten geschlossen und er wird so hingelegt, dass er nach Mekka blickt. Bei verstorbenen Frauen wird der gesamte Körper, bei Männern nur der Bereich zwischen Bauchnabel und Knien, mit einem undurchsichtigen Tuch abgedeckt. Bei beiden wird der Kiefer mit einem Tuch festgebunden, so dass er bei der folgenden „Wudu“ – der rituellen Waschung – nicht offensteht.

Rituelle Waschung: Die „Wudu“

Die „Wudu“ beginnt mit der rechten Hand. Danach folgen je drei Mal: linke Hand, Gesicht, rechter Arm, linker Arm, Kopf, rechter Fuß, linker Fuß, der Rücken, dann der restliche Körper. Man verwendet lauwarmes Wasser und Seife. Anschließend wickelt man den Körper in parfümierte Leichentücher ein. Anders als in unserem Kulturkreis heute oft üblich sind kosmetische Maßnahmen nicht erlaubt. Der Körper wird also nicht vom Bestatter „hergerichtet“. Wie auch bei der jüdischen Bestattung sollen im Islam Bestattungen eigentlich noch am Todestag stattfinden. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen in den meisten Ländern ist eine solch schnelle Bestattung heute allerdings nur selten möglich.

Bestattung mit oder ohne Sarg

Eine islamische Bestattung kann mit oder ohne Sarg stattfinden. In Deutschland verwendet man meist einen einfachen Sarg. Allerdings gibt es im Bundesgebiet schon einige Friedhöfe, auf denen auf Antrag ein Mensch ohne Sarg bestattet werden darf.

Den Verstorbene legt man mit der Blickrichtung nach Mekka in das ausgehobene Grab. Wenn möglich hat das Grab am Boden eine seitliche Nische. Dort legen die engsten Angehörigen den Verstorbenen hinein. Er liegt auf seiner rechten Körperseite, im Rücken gestützt durch Steine. Bei einer islamischen Bestattung nehmen die Trauernden drei Handvoll Erde und werfen sie in das Grab, üblicherweise wird nach dem Ende des Rituals das Grab von den Trauergästen selbst geschlossen. Der Imam hält eine Ermahnungsrede für die Lebenden, sich an die Gesetze des Korans zu halten. Blumen oder anderer Grabschmuck sind bei der islamischen Bestattung ebenso unüblich wie bei einer jüdischen Bestattung.

Titelbild: © Aviator70 – stock.adobe.com

 


 

Die Ausstellungstafeln zu den verschiedenen Bestattungsriten aus aller Welt, sowie den Grabbeigaben und dem „Haus der Vergänglichkeit“ kann man sich hier ansehen: