Das Symbol des Christentums: das Kreuz

Das Symbol des Christentums: das Kreuz

Anders als im Judentum und im Islam müssen christliche Bestattungen nicht innerhalb eines engen Zeitrahmens stattfinden. Ganz im Gegenteil: Früher wurde der Tote vor der Beerdigung einige Tage zu Hause aufgebahrt. Freunde und Familie bekamen so die Gelegenheit, sich im privaten Rahmen noch einmal zu verabschieden. Heutzutage findet eine solche Aufbahrung im Privathaushalt in der Regel nicht mehr statt. Verglichen mit früheren Zeiten ist der Tod heute nicht mehr allgegenwärtig. Der Umgang mit ihm ist dadurch distanzierter geworden. In einigen Bundesländern ist es zudem vorgeschrieben, dass der Tote unmittelbar in ein Bestattungshaus überführt wird. Der Verstorbene wird dann beim Bestatter aufgebahrt, und Angehörige haben die Möglichkeit, sich in den drei bis fünf Tagen vor der Bestattung dort von ihm zu verabschieden.

Die Trauerzeremonie besteht im Christentum in der Regel aus zwei Teilen: der Trauerfeier und der Zeremonie am Grab. Viele Friedhöfe haben eigene kleine Kapellen, in denen die Trauerfeier abgehalten wird. So bekommen Hinterbliebene noch einmal die Möglichkeit, sich zu verabschieden. Sollte der Friedhof keine Kapelle haben, findet die Trauerfeier in der zur Gemeindegehörenden Kirche oder im Bestattungshaus statt.

Beerdigung und Feuerbestattung

Anders als beispielsweise im Buddhismus ist im Christentum die klassische Beerdigung die häufigste Bestattungsart. Das liegt in erster Linie daran, dass alle Bestattungsarten außer der Erdbestattung und der Seebestattung lange Zeit nicht erlaubt waren, denn der Körper sollte für die Auferstehung als Ganzes beigesetzt werden. Allerdings wurde dieses katholisch-kirchenrechtliche Verbot der Feuerbestattung am 5. Juli 1963 durch das Heilige Offizium, der Vorgängerbehörde der heutigen Glaubenskongregation im Vatikan, aufgehoben. Orthodoxe Kirchen lehnen die Feuerbestattung nach wie vor ab. Bestatter beobachten seit Jahren einen starken Anstieg der
Feuerbestattung.

„Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“

Der Geistliche spricht ein paar letzte Worte, bevor er die liturgische Formel „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“ spricht. Der Gedanke hinter dieser Formel ist, dass der Mensch dorthin zurückgehen soll, wo er hergekommen ist. Die Idee, dass der Verstorbene wieder zu Erde, Asche und Staub wird, findet ihren Ursprung somit in der Schöpfungsgeschichte. Hier wird beschrieben, dass Gott den ersten Menschen – Adam – aus Lehm schuf. Anlässlich der Beisetzung haben die Trauergäste die Gelegenheit, eine Schaufel Erde oder Blumen in das Grab zu geben.

Titelbild: © SaKaLovo – stock.adobe.com


Die Ausstellungstafeln zu den verschiedenen Bestattungsriten aus aller Welt, sowie den Grabbeigaben, dem „Haus der Vergänglichkeit“ und allgemeine Informationen kann man sich hier ansehen: