Omas Haustier – Was passiert mit dem? Muss das ins Heim oder kommt das mit ins Grab?

Wenn Menschen sterben, hinterlassen sie oft Haustiere. Nun stehen die Hinterbliebenen vor der Frage, was mit dem Haustier geschehen soll. Natürlich kann man ein gesundes Tier nicht einfach einschläfern lassen und mit seinem verstorbenen Herrchen beisetzen. Die unnötige Tötung eines Wirbeltieres ist gesetzlich verboten und das Bestatten von Haustieren auf „Menschenfriedhöfen“ ist auch an den allermeisten Plätzen nicht erlaubt.

Es gibt ganz wenige Ausnahmefälle, in denen ebenfalls sehr, sehr alte Haustiere, die überdies auch noch sehr krank waren, eingeschläfert und eingeäschert wurden, damit die Asche auf dem Grab ihres Herrchens oder Frauchens ausgestreut oder heimlich in dem Grab vergraben werden konnte. Aber das sind seltene Ausnahmen, die meist auch nur sehr schwer nachzumachen sind.

Was bleibt, das ist die gleiche Frage, wie bei allen Haustieren, um die sich der bisherige Besitzer nicht mehr kümmern kann. Sei es, dass er gestorben ist, oder sei es, dass er das einfach nicht mehr bewerkstelligen kann. Stichworte wären hier: Demenz, Heimunterbringung, Erkrankung, Pflegebedürftigkeit.

Zunächst einmal wird man in der Verwandtschaft herumfragen müssen, ob nicht jemand das Tier übernehmen kann. Der nächste Schritt wären Bekannte, Freunde oder Nachbarn. Es ist gar nicht so selten, dass man hier schon jemanden findet, der sich bereit erklärt, das Tier zu nehmen.

Erst dann kommt die Zeitungsanzeige ins Spiel. In der Tageszeitung kann man per Kleinanzeige im Tiermarkt versuchen, einen geeigneten neuen Besitzer zu finden. Auch das Internet bietet zahlreiche Portale, auf denen man sich umschauen kann.

So käme das Tier wenigstens zu Personen, die man sich selbst aussuchen und die man kennenlernen kann.

Der allerletzte Ausweg wäre das Tierheim. Diese Heime sollte man aber nicht verteufeln. Die Tierheime üben eine ganz wichtige Funktion aus und sind unter anderem auch für solche Fälle da. Wichtig wäre es aber, sich vorher genau zu erkundigen, ob das Heim auch den Tieren notfalls bis zum Lebensende ein Gnadenbrot gewährt und nicht etwa nicht vermittelbare Tiere nach einer bestimmten Zeit einschläfern lässt. Bei den meisten Tierheimen ist es so, dass die Tiere nicht eingeschläfert werden, aber davon sollte man sich vorher überzeugen. Ansonsten wäre ein anderes Tierheim die bessere Wahl.

Wie dem auch sei, Tiere gewöhnen sich, auch wenn man das nicht glauben mag, erstaunlich schnell an einen neuen Besitzer. Hierüber sollte man sich kein allzu großes Kopfzerbrechen machen.

Auf keinen Fall sollte man sich dazu hinreißen lassen, das Tier in die „Freiheit“ zu entlassen. Das gilt auch für Ziervögel. Haustiere werden draußen nicht alleine fertig und überstehen meist nicht sehr lange und schon gar nicht den nächsten Winter.

Also, zuerst in der Verwandtschaft herumfragen, dann bei Freunden und Bekannten, dann Kleinanzeige und Internet und als letzten Ausweg das Tierheim. So wird man für jeden tierischen Hausgenossen eine neue Bleibe finden.

Als älterer Mensch sollte man sich ruhig schon zu Lebzeiten einmal mit dem Gedanken beschäftigen, was denn aus dem geliebten Haustier einmal wird. Da hat man dann alle Ruhe und Muße, um mit verschiedenen Leuten zu sprechen und eventuell schon im Vorfeld zu klären, wo die Katze oder der Hund dann nach einem Todesfall bleiben können.