Nach reiflicher  Überlegung hat man sich entschieden, einen Bestattungsplatz in einem Beisetzungswald anzukaufen. Das wird immer beliebter und ist eine sehr schöne und praktische Sache. Das Schöne ist der Beisetzungsplatz für die Urne in einem Wald, das Praktische ist die Tatsache, dass keine Folgekosten entstehen und dass keinerlei Grabpflege notwendig ist. Mehr als eine Plakette an einem Baum weist später auf den Platz nicht mehr hin. Ruhewälder sind immer auch Friedhöfe und stehen in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft, sodass der Bestand des Waldes auch langfristig gesichert ist.

Doch was passiert, wenn ein Orkan die Bäume umknickt oder der Blitz in ausgerechnet den Baum einschlägt, für den man sich selbst entschieden hat, und den man schon bezahlt hat?

Selbstverständlich muss einem klar sein, dass man sich bei einer Bestattung im Beisetzungswald für eine Naturbestattung entscheidet. So wie eine Seebestattung eventuell mehrmals verschoben werden muss, weil hoher Seegang oder Sturm ein Hinausfahren auf die See unmöglich machen, so ist man auch im Ruhewald hinsichtlich des Wetters auf das Schicksal angewiesen. Natürlich können Bäume von Krankheiten befallen, vom Blitz getroffen oder vom Sturm umgelegt werden.

Hiergegen kann man sich nicht schützen und deshalb gibt einem auch niemand eine Garantie dafür, dass ein bestimmter Baum auch für die gesamte Dauer der Ruhezeit bestehen bleibt. Unglücke und Unwetter können immer passieren.

Damit aber die Trauerstätte erhalten bleiben kann, haben die Betreiber der Naturbestattungswälder natürlich Vorsorge getroffen. Man hat an alles gedacht. Fällt ein Baum Krankheit, Unwetter oder Blitz zum Opfer, an dem noch niemand bestattet ist, so erhalten die Personen, die dort einen Platz gebucht haben, einen Ersatzbaum, den sie sich selbstverständlich, so sie denn möchten, auch selbst aussuchen können. Ist an dem betroffenen Baum schon jemand bestattet, dann wird der beschädigte Baum entfernt und es wird eine Ersatzpflanzung vorgenommen.

Man muss sich also keine Sorgen machen, dass der einmal gebuchte und bezahlte Baum auf einmal ersatzlos verschwunden ist.